SO 02.12.2018 18 Uhr Erbdrostenhof Salzstraße 38 | Münster

 
»Geistertrio«


Christa-Maria Stangorra
Violine
Jakob Kuchenbuch
Violoncello
Susana Gómez Vázquez
Klavier

 

Die Drei sind jung und begabt, ungestüm in ihrem Spiel, dabei jedoch hoch­musikalisch und voller Esprit. Dafür sind sie mehrfach, Christa-Maria Stangorra auch von der GWK, ausgezeichnet worden: kein „Geistertrio“ mithin.
„Geistertrio“ nannte Carl Czerny, Beethovens Schüler, die berühmte Triosonate Opus 70 Nr. 1, weil ihn der zweite Satz an den ersten Auftritt des Geistes in Shakespeares „Hamlet“ erinnerte: „Der Charakter dieses sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt.“ Doch „wie der Sturmwind die Wolken“ (E.T.A. Hoffmann) verjagt das virtuose Finale die Schwermut des Mittelsatzes und nimmt Stolz und Kraft des ersten wieder auf. Bernstein, Jubilar des Jahres 2018, war Kompositionsschüler in Harvard, als er sein Trio schrieb. Das erst 1979 veröffentlichte Jugendwerk des Weltstars, das „den Bernstein“, den wir kennen, nur erahnen lässt, strahlt vor Selbstbewusstsein und Energie – obwohl Tschaikowski behauptet hatte, dass ein Klaviertrio nicht funktioniere.
Denn die „melodische Klangfarbe von Geige und Cello mit ihrem wunderbar warmen Timbre tritt in einen Wettbewerb mit dem Klavier – dem König aller Instrumente –, das vergeblich zu beweisen versucht, dass es auch, wie seine Widersacher, singen kann …“ Mit seinem Opus 50, einem romantischen Stimmungsbild, widerlegt sich der Komponist selbst aufs Schönste. Nach dem plötzlichem Tod Nikolaj Rubinsteins, des Pianisten und Gründers des Moskauer Konservatoriums, dessen Beerdigung in der orthodoxen Kirche der Rue Daru in Paris ihn nachhaltig erschüttert hatte, schrieb Tschaikowski sein Klaviertrio: monumental, elegisch und heiter, intensiv, erlöst, still.

PROGRAMM
Ludwig van Beethoven (1770–1827): Trio D-Dur op. 70,1
für Klavier, Violine und Cello, „Geistertrio“
Leonard Bernstein (1918–1990):
Trio for violin, cello and piano (1937)
Pjotr I. Tschaikowski (1840–1893):
Trio für Klavier, Violine und Violoncello a-Moll



Der LWL freut sich auf ein schönes Konzert in seinem Erbdrostenhof.