SA 03.12.2017 18 Uhr ERBDROSTENHOF Salzstraße 38 | 48143 Münster

 
»QUARTETT«

Amano Quartett

Julien Szulman und Suyoen Kim Violine
Marie Chilemme
Viola Bumjun Kim Violoncello

In Münster und Dortmund spielt das Amano Quartett seine ersten Konzerte: Suyoen Kim aus Münster, die ihre Karriere als GWK-Preisträgerin begann und designierte Konzertmeisterin beim Konzerthausorchester Berlin unter Iván Fischer ist, Julien Szulman, Marie Chilemme und Bumjun Kim aus Frankreich.

Die vier Streicher, die als Solisten international vielfach ausgezeichnet wurden und weltweit gastieren, haben sich an der berühmten Seiji Ozawa International Academy Switzerland kennengelernt. Nur die besten jungen Streicher lädt Ozawa persönlich dorthin ein, um mit ihnen ihr Kammermusik-, insbesondere ihr Quartettspiel zu vervollkommnen. Denn für Ozawa findet sich im Quartett die Essenz der Musik: Hier geben die Komponisten ihr Bestes, ohne alles Dekorative und Überflüssige. Und ein Quartett wirklich zu erarbeiten, bedeutet für ihn, dem Stil und den Intentionen seines Schöpfers zutiefst auf den Grund zu gehen. Wer dieses schafft, werde ein Künstler ersten Ranges.

Kurz vor Weihnachten 1787 veröffentlichte Haydn sein Opus 50. Manchmal hebt er darin das Cello hervor, was an dem Widmungsträger, dem neuen preußischen König Friedrich Wilhelm II., der es spielte, liegen mag. In den „Preußischen Quartetten“ entwickelt der „Erfinder des Streichquartetts“ die Themen eines Satzes aus einem einzigen melodischen Gedanken in reicher und schöner Harmonik. Wie ergreifend die Siciliano-Melodie im Adagio, wie lebensmutig und luftig das Finale – zum Fliegen! Schumann realisiert in seinem Opus 41, was er von dem idealen „Quartettstylisten“ forderte: „Streben nach schöner Form“, „Reinheit des Satzes“ sowie kunstvolle Verflechtungen und „originelles Gepräge der melodischen Führung“. Was in Lebensfreude ausklingt, beginnt mit einer „sanft fließenden Melodie, deren geniales Äußeres bald (…) seine wahre Natur enthüllt: eine innere Kraft, genährt von der reinen Flamme leidenschaftlichen Gefühls.“ (Richard Aldrich) An Brahms’ Opus 51 bildete Schönberg den Begriff der „entwickelnden Variation“, der sich ständig fortschreibenden, immer neue Varianten bildenden motivischen Keimzellen. Satt kann man sich am herrlichen a-Moll Quartett wohl kaum hören, denn immer weitere Metamorphosen und motivische Bezüge sind zu entdecken. Die Stimmung ist mal lyrisch singend und heiter, mal melancholisch, mal dramatisch. Brahms-Biograph Heinrich Reimann bemerkte dazu: „Brahms’ Art ist es nicht (…) ein Geringes zu verlangen. Dafür bietet er reichen Lohn demjenigen, der ihm auf diesem beschwerlichen“ – doch wie mitreißenden! – „Wege gefolgt ist, sei er ausübender Künstler oder zuhörender Laie.”

PROGRAMM
Joseph Haydn (1732–1809): Streichquartett B-Dur, op. 50,1; Hob. III: 44
Robert Schumann (1810–1856): Streichquartett F-Dur, op. 41,2
Johannes Brahms (1833–1897): Streichquartett Nr. 2 a-Moll, op. 51,2





 Der LWL freut sich auf ein schönes
 Konzert in seinem Erbdrostenhof.